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Friedhöfe auf Sansibar

25/05/2013/Felstau

Erich Meffert, Mitglied des Fördervereins Historische Parkanlagen Wuppertal, betreut als Mitglied einer NGO auf Sansibar „Zanzibar Monuments Care“ ZAMOC den dortigen deutschen Friedhof von 1888-1914. 2011 stellte das Auswärtige Amt in Berlin/Botschaft Dar-es-Salaam, seinen Finanzierungsbeitrag für die jährliche Pflege ersatzlos ein. Um die Grablege dennoch als ein historisches Denkmal zur Geschichte Sansibars zu erhalten, entschloss sich ZAMOC ihre Pflege zu übernehmen.

Die Substanzerhaltung von ca. 60 Gräbern, von denen 24 identifizierbar sind und wobei es sich vorwiegend um Kauf- und Seeleute handelt, sowie die Grundpflege der Anlage wurde inzwischen durch Privatspenden gesichert. Die Wiederherstellung der ursprünglichen Umzäunung (sie fiel Metalldieben zum Opfer) konnte bisher der hohen Kosten wegen nicht in Angriff genommen werden, ist aber ein zukünftiges Ziel.

Der Friedhof ist ein letztes im Stadtbild sichtbares Zeugnis deutscher Präsenz auf der Insel von vor dem 1. Weltkrieg und wird auch als solches von geschichtsbewussten Sansibaris wahrgenommen.

Inzwischen wurde ZAMOC auch mit der Wiederherstellung des britischen Friedhofs 1890-1964 beauftragt, der durch die Straßenführung eines von der DDR geförderten Wohnungsbauprojekts erheblich beeinträchtigt worden war. Völlig überwuchert, mehr unduchdringlicher Dschungel als Friedhof, wurde er wieder ausgegraben.

Auf der vorhandenen Restfläche sind um die 150 Gräber, von denen circa ein Drittel identifizierbar ist. Dabei handelt es sich vorwiegend um Beamte der britischen Kolonialverwaltung, deren Familienangehörige und einige Seeleuten. Die Finanzierung der Arbeiten ist durch den britischen Honorarkonsul vorerst gesichert.

Bemerkenswert ist, dass eine Anlage wie diese völlig aus dem Bewusstsein der Beteiligten verschwinden konnte. Die High Commission in Dar-es-Salaam war erstaunt, dass eine solche Anlage auf Sansibar existiert, wo dort doch die Größen der britischen Kolonialverwaltung vor der Unabhängigkeit von 1964 ihre letzte Ruhe fanden, so z.B. der General Lloyd Matthews, Armeechef und Premierminister des Sultans, um dessen Grabmonument von 1901, einem heute nicht mehr vorhandenen Obelisken, sich in gestalterischer Weise die Friedhof entwickelte. Der Sockel mit entsprechender Beschriftung wurde wieder entdeckt und wird für die Zukunft gesichert.

Die Arbeiten wurden inzwischen unterbrochen, da die Regenzeit abgewartet werden muss, um verbliebenes Wurzelwerk gründlich zu entfernen. Im Verlauf des Junis können Sie dann wieder aufgenommen werden.

Erich Meffert / März 2013.
zanzibarmonumentscare@gmail.com

Unser Vereinsmitglied Erich Meffert wurde 1933 in Wuppertal geboren. Er ist seit 1988 auch in Sansibar ansässig. Er war seit 1968 als EU und UN-Mitarbeiter in Afrika tätig, zunächst in Ghana, dann in Kenia und Tansania. Als Professor für Architektur unterrichtete er in Nairobi und Dar es-Salam. Von 1997 bis 2002 war er Honorarkonsul auf Sansibar, wo er heute einen Buchverlag betreibt.

WZ 12. März 2012: Ein Wuppertaler pflegt den deutschen Friedhof auf Sansibar. Von Manfred Görgens

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