... zu spät!

07.07.-11.08.13 Wanderausstellung – „Heinrich Siesmayer (1817-1900), Gartenkünstler der Gründerzeit“

02/07/2013/Felstau

Gartenkunst in Wuppertal – Heinrich Siesmayers Gärten

Schwingende Brezelwege und prachtvolle Teppichbeete kennzeichnen den spätlandschaftlichen Stil Heinrich Siesmayers. Die Wanderausstellung der KulturRegion FrankfurtRheinMain zeigt Siesmayers Firmen- und Familiengeschichte sowie seine Gartenkunstwerke in Hessen. Siesmayer hat insgesamt etwa 500 größere Parks und Gärten geschaffen: Seine bekannteste Schöpfung ist der Palmengarten in Frankfurt.

Auch in Wuppertal war Siesmayer tätig und hat so wichtige Parkanlagen wie den Zoo und die Hardt-Erweiterung entworfen. Die Ausstellung in den Glashäusern wird daher mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur um die Darstellung dieser Anlagen sowie zweier Privatparks in Elberfeld und Langerfeld ergänzt.

1880 engagierte der Hardt Verein den Gartenkünstler und preußischen Gartenbaudirektor Heinrich Siesmayer für den Ausbau der Hardt-Anlagen als Landschaftsgarten. 1882 waren die Arbeiten abgeschlossen. Siesmeyer sprach in seinen „Lebenserinnerungen“ von seiner „bedeutendsten Berganlage“.

In einer heftigen öffentlichen Diskussion über den zweckmäßigsten Standort des Zoos setzten sich schließlich die als Gutachter hinzugezogenen Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer aus Bockenheim bei Frankfurt und F.J.C. Jürgens aus Ottensen bei Hamburg mit ihrer Empfehlung durch, das Zoogelände “am Kothen”, zwischen Sonnborn und Elberfeld an Kiesberg und Königshöhe anschließend, zu nutzen. Im Februar 1880 wurde das 20 ha große Gelände mit etwa einem fünftel Hochwaldfläche erworben. Bereits im September 1881 konnte der Zoo, angelegt nach Plänen von Siesmayer, eröffnet werden. Die Anlage trat und tritt auch heute noch besonders durch die landschaftsplanerisch integrierten Waldpartien, das Wildgehege und die reizvolle Aussichten hervor.

Während dieser Zeit war Siesmayer auch für Merklinghaus, Rentier in Barmen und Adolf Haarhaus, Rentier in Elberfeld tätig.

In Wuppertal-Ehrenberg an der Hölkesöhde hatte der Fabrikant Richard Merklinghaus 1878 seine Villa Waldstein bauen lassen. Heute ist das Haus ist von der Stadt mit einem Anbau zum Altersheim erweitert worden. Rund um den Gebäudekomplex erstrecken sich auch heute noch letzte Reste des siesmayerschen Landschaftspark.

Der Rittergutsbesitzer und Rentner Adolf Haarhaus hatte seine Sommerhaus direkt neben dem Zoo. Nach dem Tod von Adolf Haarhaus 1889 erwarb Henry Boettinger, Vorstanadsmitglied bei Bayer und Schwiegersohn von Friedrich Bayer senior, das Anwesen Gut Sonneck mit dem dazugehörigen 40 Morgen Land. Die Gestaltung des Anwesens durch Siesmayer als Parkanlage machte die spätere Erweiterung des Zoologischen Gartens erst möglich. Zur Zeit Boettingers waren privater Park und öffentlicher Garten noch durch eine Begrenzungmauer voneinander getrennt. Sein Anwesen ging nach dem Zweiten Weltkrieg in den Besitz der Stadt Wuppertal über, die die gut erhaltene Villa aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen abreißen ließ. An ihrer Stelle steht heute das neu errichtete Elefantenhaus. Lediglich das Pförtnerhaus der Villa ist heute noch an der Begerenzungsmauer des Zoos erhalten.

Alle Parkanlagen tauchen auch in seiner Referenzliste auf, mit der Siesmayer Werbung gemacht hat.

Referenzliste

Ziel der von der NRW Stiftung geförderten Ausstellung ist es, die Bedeutung Heinrich Siesmayers in der Gartenkunstgeschichte des 19. Jahrhunderts zu zeigen, insbesondere

– seine interessante Lebensgeschichte,
– seinen familiären und beruflichen Umkreis mit weiteren, bedeutenden Gartenkünstlern,
– den Aufbau und die Betriebszweige seiner Firma ‚Gebr. Siesmayer‘
– seine wichtigsten Gartenanlagen,
– die gesamte Breite seiner Tätigkeit, von kleinsten Gärten bis zu großen Parks sowie der „Teppichgärtnerei“ mit Originalplänen und -Zeichnungen,
– den englischen Landschaftsgarten als Stil, den Siesmayer hauptsächlich vertrat.

07.07.-11.08.2013
Wanderausstellung im Glashaus auf der Hardt, Elisenhöhe

Heinrich Siesmayer (1817 – 1900)
Gartenkünstler der Gründerzeit

Eine Ausstellung der KulturRegion
FrankfurtRheinMain gGmbH mit Ergänzungen aus dem Wirkungsbereich in Wuppertal.

Eine Kooperation des Fördervereins Botanischer Garten Wuppertal und des Fördervereins Historische Parkanlagen Wuppertal in Zusammenarbeit mit dem Ressort Grünflächen und Forsten der Stadt Wuppertal.

Mit freundlicher Unterstützung:
Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V.

Gefördert von der
NRW-Stiftung. Natur – Heimat -Kultur

So 7.7.2013, 11.00 Uhr
Ausstellungseröffnung
Vortrag Barbara Vogt: Heinrich Siesmayer
Zu Gast: Julie Vogdt-Eller (1817 – 1905)
Buchvorstellung
„Gartendenkmal Hardt. Felsen, Palmen, Aussichttürme“

So 14.7.2013 Uhrzeit wird noch bekanntgegeben!
Gartentag des Teppichbeetes
Traditionelles Prachtbeet und moderne Interpretation
Lehrlinge der Firma Leonhards pflanzen live
anlässlich des Sommerfestes der Junior Uni

So 11.8.2013 11 Uhr
Finisage
Angeboten wird eine Führung durch die Ausstellung und zu den Teppichbeeten von Frau Dr. Antonia Dinnebier. Musikalisch wird die Veranstaltung begleitet durch die Wuppertaler Band “yellow days”

Gartenhistorische Führungen durch die Parkanlage Hardt
Jeweils am Eingang zum Botanischen Garten neben dem Elisenturm
keine Anmeldung, Spenden erbeten

Di 09.07.13, 17.00
Gartenführer: Andreas Schmiedecke, Förderverein Botanischer Garten

So 14.07.13, 11.00
am Gartentag mit Anlage eines Teppichbeetes
Gartenführer: Andreas Schmiedecke, Förderverein Botanischer Garten

Di 16.07.13, 11.00
Schwerpunkt: Heinrich Siesmayers Erweiterung der Hardt 1882
Gartenführerin: Antonia Dinnebier, Gartenhistorikerin

So 21.07.13, 17.00
Gartenführer: Dirk Fischer, Förderverein historische Parkanlagen Wuppertal

Di 23.07.13, 17.00
Gartenführer: Andreas Schmiedecke, Förderverein Botanischer Garten

Di 30.07.13, 17.00,
Gartenhistorische Führung durch die die Ausstellung im Glashaus und in der Parkanlage Hardt
Gartenführer: Andreas Schmiedecke, Förderverein Botanischer Garten

Sa 3.8.2013, 14.00
Zoo-Viertel: Villenviertel vor den Toren der Stadt
Elke Brychta und Arno Mersmann
Besteigung des Kirchturms der ev. Hauptkirche Sonnborn
Treffpunkt: Schwebebahnhaltestelle Zoo, 5 €

So 04.08.13, 11.00
Schwerpunkt: Stephan Anton Diemel. Begründung der Hardt 1807
Gartenführerin: Antonia Dinnebier, Gartenhistorikerin

Di 6.8.2013, 17.00 Uhr
Schwerpunkt: Heinrich Balke. Wiederaufbau der Hardt 1954
Gartenführerin: Dr. Antonia Dinnebier, Gartenhistorikerin

Sa 10. 8 2013, 14 Uhr Sonderführung Zoo
Barbara Vogt, freischaffende Gartendenkmalpflegerin Frankfurt/M.
Treffpunkt: Zooeingang, Eintritt: 12 €, Kinder 6 €

Jeden Sonntag 15 – 17 Uhr
Fördervereine stellen sich vor
Freunde und Förderer des Botanischen Gartens e.V.
Förderverein historische Parkanlagen Wuppertal e.V.

Botanischer Garten der Stadt Wuppertal
Elisenhöhe 1, 42107 Wuppertal

http://www.botanischer-garten-wuppertal.de

Öffnungszeiten im Sommer: 07.30 bis 19.00 Uhr
Samstags, sonntags und an Feiertagen ist der Garten ab 09.00 Uhr geöffnet.

Großes Glashaus, Warm- und Kalthausbereich:
April bis September 11.00 bis 18.00 Uhr
In seltenen Fällen bleibt Montags das Glashaus geschlossen!

Die Themenbereichshäuser (Kakteen, Sukkulenten, Zwiebel- und Knollengewächse) werden zu Führungen geöffnet.
Hunde dürfen leider nicht mitgeführt werden. Im Bereich der Hardtanlage ist das Mitführen von Hunden an der Leine erlaubt.

Literatur:
Siesmayers Gärten. Von Barbara Vogt. 112 Seiten, Societäts-Verlag;

Franz Heinrich Siesmayer – Lebenserinnerungen. Neu herausgegeben von Thorsten Reuter und Peter Althainz. 140 Seiten. Books on Demand

Hier macht Siesmayer in einer Beilage zum Buch auch mit den Wuppertaler Gärten Reklame: Lehrbuch der schönen Gartenkunst von Meyer, Gustav, Berlin 1873

Das Zooviertel in Wuppertal. Thiergarten, Stadion umd malerisches Wohnen rund um den Märchenbrunnen. Hella Nußbaum / Hermann J. Mahlberg (Hrsg.), 2004 Verlag Müller + Bussmann, Wuppertal

Das Zooviertel in Wuppertal als Beispiel für Planung und Bebauung eines gründerzeitlichen Villenviertels. Dissertation, Wuppertal von Markus Arndt, Sprockhövel 1999 (Hier insbesondere die Seiten 64 ff.)

Der Architekt Heinrich Plange (1857 – 1942). Ein Baumeister des Unternehmertums in der bergischen Region,
Dissertation, Wuppertal von Axel Kirchhoff, Wuppertal 2004 (Hier insbesondere die Seiten 309 ff.)

Reihe Wuppertals Grüne Anlagen
Lanschaftsgarten Hardt
Felsen, Palmen, Aussichtstürme.

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