Geschichte, Quellen

Die Wuppertaler Landschaftsarchitekten Gustav und Rose Wörner

29/07/2014/Felstau

Nachlass-Sammlung des Zentrums für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Diese interdisziplinäre Lehr- und Forschungseinrichtung sieht seine zentrale Aufgabe in der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Landschaftsarchitektur sowie der Geschichte der Gartenkunst und Gartenkultur. Die Sicherung, Archivierung und Auswertung von Nachlässen ist ein Teil davon. Umfangreiche Plan- und Dokumentenbestände konnten seit der Gründung übernommen werden.

Im Einzelnen handelt es sich um Materialien des Büros Rose und Gustav Wörner in Wuppertal, des Landschaftsarchitekten Dieter Strube aus Springe, von Gartendirektor Erich Ahlers aus Bremen sowie von Richard Bödeker mit umfangreichen Plänen, Dokumenten, Akten, Publikationen etc. aus seiner mehr als 30-jährigen Tätigkeit in Saudi-Arabien.

Nachlass Wörner: ca. 4.000 Pläne sowie 30 laufende Meter Akten aus dem Planungsbestand des Büros Rose und Gustav Wörner, zusammengestellt von der Landschaftsarchitektin Rose Wörner; Planungen zu Garten- und Parkanlagen, Friedhöfen, Siedlungsgrün, Fußgängerzonen, Freiräumen an Schulen und Krankenhäusern, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, bis hin zu Planungen für den Wuppertaler Zoo; herausragende Dokumentation der planerischen Tätigkeit des Büros von den 1960er bis in die 1980er Jahre

Zum Anteil von Frauen an der Gartenkultur: vermutet, behauptet, belegbar? Kritische Betrachtung der Quellenlage

9. Tagung des Netzwerkes „Frauen in der Geschichte der Gartenkultur“ 2008 in Dresden

„Zum Büroalltag der Landschaftsarchitekten Gustav und Rose Wörner:
Was verraten die Akten und die Pläne?“

„Am 1. April 1962 legt die 35-jährige Landschaftsarchitektin Rose Metze durch die Übernahme eines kleinen Wuppertaler Planungsbetriebs den Grundstein für eine bemerkenswerte Bürokarriere. Nach erfolgreichem Start in die Selbständigkeit steigt ein Jahr später ihr angehender Ehemann Gustav Wörner in das Büro ein. Gemeinsam erschließen sie sich neben der Bearbeitung objekt- und landschaftsplanerischer Fragestellungen seit den 1970er Jahren zunehmend das Aufgabenfeld der Gartendenkmalpflege. Nach rund dreieinhalb Jahrzehnten andauernder Bürotätigkeit verkünden die Landschaftsarchitekten im Jahre 1996 offiziell, sich aus dem aktiven Bürogeschehen zurückziehen zu wollen. Organisatorisch betrachtet ist dieses Bestreben jedoch allenfalls mittelfristig zu verwirklichen und wird überdies von dem unerwarteten Tod Gustav Wörners überschattet. Mit diesem Einschnitt wird Rose Wörner die alleinige unternehmerische Verantwortung zuteil, nicht zuletzt für die sieben umfangreichen Gartendenkmalprojekte, die es im Todesjahr ihres Mannes abzuschließen und der Öffentlichkeit zu übergeben gilt. Die umfassenden Akten-, Bild- und Plandokumente des Wörnerschen Planungsbetriebs sind neben den darin ablesbaren Geschehnissen des Büroalltags in erster Linie Zeugnisse ihrer Urheber. Doch was ist unter dem Begriff ‚Büroalltag‘ zu verstehen, und inwieweit zeichnet sich hierin der jeweils persönliche Anteil der eng miteinander verbundenen Ehe- und Geschäftspartner ab? Welche Indikatoren können hierfür herangezogen werden? Ist es möglich, mithilfe des Büronachlasses Auskunft über die Stellung Rose Wörners im Bürobetrieb zu erhalten, gar die Frage nach Gleichberechtigung am Arbeitsplatz zu beantworten? Inwieweit lassen sich Privat- und Berufsleben der Büroinhaber in dieser engen Gemeinschaft überhaupt unterscheiden? Entspricht die interne Organisationsstruktur der Außenwahrnehmung des Landschaftsarchitekturbüros Wörner? Welche Folgerungen sind hieraus im Hinblick auf jene Risiken zu ziehen, die eine interpretative Auswertung von Untersuchungsergebnissen im Rahmen der Nachlassforschung bergen? Durch die Situation der Bürobetrachtung zu Lebzeiten der ehemaligen Mitinhaberin ergibt sich die Gelegenheit einer persönlichen Reflexion der Erkenntnisse durch Rose Wörner. Hieraus erhebt sich der Anspruch, anhand der Nachlassforschung als gewähltem Untersuchungsansatz mögliche Hinweise auf den Grad an Vermutung, Behauptung und Belegbarkeit hinsichtlich des Anteils von Frauen an der Gartenkultur zu geben.“

Kurzfassung des Vortrags von Dipl.-Ing. Frank Schalaster,
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Landschaftsarchitektur der Leibniz Universität Hannover

Tagungsbericht aus „Die Gartenkunst“ H. 1/ 2009

Quelle: Gartenlinksammlung

 

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