Hardt

1824; Denkmal zur Erinnerung an den Hardtgründer Dr. Diemel

Die Hardt, die zentral zwischen den Stadtteilen Elberfeld und Barmen liegt, erhebt sich bis zu einer Höhe von 95 m über der Wupper. Von vielen Stellen, insbesondere vom Bismarckturm einem der höchstgelegenen Punkte, öffnen sich schöne  Fernblicke auf die Hardt und die sie umgebende Stadtlandschaft. Die Hardt ist ca. 57 ha groß.

Wuppertal im Kranz der grünen Berge (Elberfeld)

Wuppertaler Stadtlandschaft mit Hardt (oben)

Im westlichen Bereich der Hardt befinden sich der Botanische Garten und vier miteinander verknüpfte Parkbereiche, die zwischen 1807 und 2007 angelegt wurden, auf der östlichen Hardt die Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel mit dem Völkerkundemuseum, der Hardtwald (Mischwald aus überwiegend Buchen, Eichen und Ilex) und drei Kleingartenanlagen.

Bilder von links oben nach rechts unten: Naturschutzgebiet Hardthöhlen und Völkerkundemuseum  // Blick in die Ausstellung ‚Masken und Mythos‘  // Ahnenfigur Telum, Astrolabe Bucht, Neuguinea, 19. Jhd.  // Grabmal, Herero, Südwestafrika/Namibia, Anfang 20. Jhd.  // Megalithfigur, Insel Nias/Indonesien, 19. Jhd.

1807 wurde auf Veranlassung des Arztes Dr. Diemel der romantische Landschaftsgarten der alten Hardt angelegt, der zu den ältesten von Bürgern für Bürger geschaffenen  Anlagen in Deutschland gehört. Bis 1882 wurde der Landschaftsgarten um einen aufgelassenen Steinbruch in Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung erweitert. Abweichend von Anlagen des Adels erinnern die ab 1817 errichteten Denkmäler ausschließlich an Bürger, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, und an nationale Ereignisse.

Bilder von links oben nach rechts unten: 1882; Hardteingang mit Bogenbrücke aus Naturstein // Felswand im romantischen Landschaftsgarten // 1810/2. Hälfte des 19. Jahrhunderts; Einsiedelei // 1817; Denkmal zur Erinnerung an die Befreiungskriege

Hardtausgang Bogenbruecke1882 mit Blick auf Elberfeld und ehemaligem Rathaus

1882; Hardtausgang mit Elberfelder Rathaus

1880 beauftragte der Hardt-Verein den Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer mit der Erweiterung der Hardt-Anlage, die 1882 fertiggestellt wurde. In seinen Lebenserinnerungen schreibt Siesmayer: „Die Hardtanlage mit ihren schwierigen Bodenverhältnissen ist eine meiner bedeutendsten Ausführungen in Gebirgslagen…“. Dieser Landschaftsgarten ist geprägt durch großzügige Wiesenflächen, die von rahmenden Strauch- und Baumgruppen umgeben sind. Von vielen Stellen öffnen sich Sichtfenster auf den im Tal liegenden Stadtteil Elberfeld und in die Landschaftsgärten.

Bilder von links oben nach rechts unten: 1880-1882; Durch Siesmayer gestalteter Landschaftsgarten   //  Aussichtsplatz des Hardtvereins   //  Blick auf Elberfeld

1954 wurde der Bergrücken der Hardt, der die Verbindung zur östlichen Hardt herstellt, zu einer weiträumigen Parkanlage gestaltet, an dessen höchster Stelle der  Bismarckturm steht. Innerhalb der Anlage befindet sich ein Rosengarten. Auch aus diesem Parkbereich öffnen sich schöne Ausblicke.

Bilder von links oben nach rechts unten: 1954; Parkwiese  // 1907; Bismarckturm // Blick auf Elberfeld und Rathaus

2007 – im Zusammenhang mit der Regionale 2006 – wurde die Fläche der ehemaligen Stadtgärtnerei neu gestaltet. Am Haupteingang zum Botanischen Garten wurden ein zentraler Platz und drei Glashäuser für Zwecke des Botanischen Gartens errichtet und auf der restlichen Fläche ein weiträumiger Park angelegt. Der Park wird abends durch eine kunstvolle Lichtge- staltung stimmungsvoll beleuchtet.

Durch die aufwändige Gestaltung und die Verknüpfung des neuen Parks mit den alten Parkbereichen wurde die Hardt erheblich bereichert.

Für Freizeitnutzungen gibt es in der Parkanlage Hardt  Spielplätze, ein Spielplatzhaus, eine Freilichtbühne, Liegewiesen und Gastronomie im bzw. am Botanischen Garten im Zentrum der Hardt.

Zum 200jährigen Bestehen ist die Parkanlage  Hardt als Gartendenkmal in die Denkmalliste eingetragen worden. Die Eintragung bezieht sich auf die zwischen 1807 und 1954 angelegten Parkbereiche und den Botanischen Garten.

Text: Dirk Fischer
Fotos: Dirk Fischer
Museum: Archiv- und Museumsstiftung der VEM

Der Flurname

Der Flurname Hardt bedeutet „Bergwald“, „bewaldeter Hang“ und kann auch auf ehemalige Waldweidewirtschaft hindeuten. Besonders entlang des Rheins bezieht sich der Begriff auf bewaldete Abhänge am Rande von Flussauen und Flusstälern. 

Infos zur Diskussion um das „Drei-Kaiser-Denkmal“ auf der Hardt:

Zur Geschichte mit Chronik der neuesten Diskussion: http://www.denkmal-wuppertal.de und hier auf unsere Seite.
Hier finden Sie eine Zusammenstellung zur wechselhaften Geschichte des Denkmals von Dr. Antonia Dinnebier als PDF.

Die Hardthölen

Die Hardthöhlen sind ein unter Naturschutz stehendes Großhöhlensystem von 4037 m Länge und 62m Tiefe, dass sich auf einer Fläche von rund 1,5428 Hektar erstreckt. Die Hoehlen sind durch Kalkauswaschungen entstanden (mitteldevonische Oberhonseler Schichten). In der oberen Hoehle Bildungen von Kalkspat-Kristallen. In der unteren Hoehle ist durch einen kleinen Wasserlauf ein 12m tiefes Wasserbecken entstanden. Die Hoehlenfauna ist artenreich. Hier eine Bildergalerie auf www.the-wildfire-experience.de.

Die Höhlen unter den Hardt-Anlagen sind für die Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich. Die Höhle wird vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. betreut, der meist am Tag des Geotops am 3. Sonntag im September auch Führungen durch die Höhle anbietet.

Weitere Informationen:

-> Völkerkundemuseum
-> Straße der Gartenkunst

Die Denkmäler der Hardt bei Denkmal-Wuppertal.de


Karte der vorgestellten Denkmäler in Wuppertal auf einer größeren Karte anzeigen

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